Wie wird man Karmelitin?

Wir Schwestern leben anders. Bei uns steht Gott im Mittelpunkt. Unser ganzes Leben ist auf Ihn hin ausgerichtet. Unser Lebensmotto ist, mit Gott und den Menschen in Freundschaft verbunden zu sein – im Gebet,in der Arbeit, in der Gemeinschaft. – Gott suchen, das Glück finden. Gemeinsam und weltweit. 

Suchst du Freunde, die dich auf dem Weg mit Gott begleiten? Wir begleiten gerne junge Frauen auf dem Weg ihrer Berufungssuche. Interessiert? – Einfach bei uns melden und für ein Gespräch oder ein paar Tage vorbeikommen.

Schritte auf dem Weg ins Kloster

Schritt 1: Melde dich einfach bei uns per Mail oder Telefon und komme mal bei uns vorbei. Für einen ersten Kontakt kann das für ein paar Tageim Gästezimmer sein, verbunden mit Gesprächen mit einer Schwester.Du bist immer eingeladen zu unseren Gebetszeiten und wenn du willst kannst du auch mitarbeiten.

Schritt 2: Wenn du länger Zeit hast und du deine Berufung konkreter prüfen möchtest, besteht auch die Möglichkeit als Präpostulantin mit unszu leben. Für einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten kannst mit unsleben, beten, arbeiten. Eine Schwester begleitet Dich. So kannst Duprüfen, ob Du den Weg als Schwester in Maria Jeutendorf gehen willst.

Schritt 3: Der Stufenweg im Kloster

Wenn es Dir und uns nach einer Zeit des gegenseitigen Kennenlernens klargeworden ist, dass Gott dich in unsere Gemeinschaft gerufen hat, dann kannst du um Aufnahme in die Gemeinschaft bitten und mit deinemEintritt beginnt das Postulat, dieZeit des Eingewöhnens und des sich Zurechtfindens im Kloster.

Nach ca. einem Jahr beginnt das zweijährige Noviziat mit der Einkleidung. Hier empfängt die Schwester den Ordenshabit und ihren Schwesternnamen. Das Noviziat ist eine Zeit der intensivenAuseinandersetzung mit der persönlichen Berufung und der Berufung der klösterlichen Gemeinschaft, in der sie jetzt lebt. Dabei erhält die Novizin Unterricht in Fragen des Glaubens, der Liturgie, der Geschichte des Karmel und der Karmelheiligen. Sie wird vertrautgemacht mit der Klosterregel und mit den Gebräuchen des Klosters.

Die zeitliche Profess kann die Novizin nach dem Noviziat ablegen, wenn die Mehrheit derGemeinschaft der Zulassung zur Profess für zunächst ein Jahr zustimmt. Mit der zeitlichen Profess nimmt die Schwester für einebegrenzte Zeit die Verpflichtung auf sich, nach den monastischenGelübden Keuschheit, Armut und Gehorsam zu leben. Insgesamt dauert die zeitliche Profess zumindest drei Jahre.

Die ewige Profess findet für gewöhnlich drei Jahre nach der ersten zeitlichen Profess ablegung statt. Inder ewigen, feierlichen Profess bindet sich die Schwester in den dreiGelübden für immer an Gott. Sie übergibt sich derOrdensgemeinschaft und möchte mit der Gnade des Heiligen Geistes inDienst, Gebet und Selbstverleugnung zur Vollendung der Liebe gelangen.

Die ewige Profess bildet den Abschluss der Initiation ins karmelitischen Leben. Sie bildet damit aber auch einen Höhepunkt im Anfangen. Das Ablegen der ewigen Profess ist ein endgültiger Schritt, den es ein Leben langtäglich neu zu verwirklichen gilt.
Mit diesem Schritt sagt dieSchwester ganz ja zum Ruf Gottes an sie. In der Gemeinschaft, in die sie aufgenommen wird, lebt sie künftig ganz und gar, ohne eigenenBesitz und ohne Lohn für ihre Arbeit. Es wird ihr aber das Nötige nie fehlen, weder an Herausforderung noch an Lebensunterhalt, weil die Gemeinschaft jeder zuteilen wird, was sie braucht.

Aus der Zeremonie zur Einkleidung:

Die Zeremonie der Einkleidung ist in die morgendliche Laudes hineingenommen. Die Priorin sagte dabei: „Als die jünger warst, gürtetest du dich selbst. Wenn du aber reif geworden bist, wird ein anderer dich gürten.“Beim Anlegen des Skapuliers sagte die Priorin: „Nimm auf dich das milde Joch Christi und seine leichte Last.“Dann ziehen die Schwestern mit brennenden Kerzen in Prozession in denChor ein. Dort bittet die Kandidatin, nun mit Habit, Skapulier undSchleier bekleidet, um Aufnahme in die Gemeinschaft.

Sie sagt: „Ich glaube, dass Gott mich in den teresianischen Karmel gerufen hat. So bitte ich um Aufnahme in den Karmel der Schmerzhaften Muttergottes,damit ich euer Leben erprobe und ihr meine Eignung prüfen könnt.Unterweist mich in der Nachfolge des gekreuzigten Herrn und seiner Mutter Maria, arm, gehorsam und in eheloser Keuschheit zu leben.Führt mich ein in das Leben des immer währenden Gebetes, und des freundschaftlichen Umgangs mit Gott in der Einsamkeit der Wüste,worauf unser Leben gründet. Lehrt mich hochherzig Buße zu tun, der Kirche und allen Menschen dienen in einem kontemplativen Leben, das von apostolischem Eifer beseelt wird, und mit euch ein Herz und eineSeele zu bilden. Helft mir, dass ich die Weisungen des Evangeliums allezeit betrachte und befolge, mir Regel und Satzungen eurerGemeinschaft einpräge und das Gebot der schwesterlichen Liebe erfülle.“

Aus der Zeremonie zur einfachen Profess:

Die Zeremonie zur Profess findet während der Messe statt. Die Kandidatin wird bei ihrem Namen gerufen: Liebe Schwester! Was erbittest du vonGott und seiner heiligen Kirche?

Die Barmherzigkeit Gottes, die Armut des Ordens und die Gemeinschaft der Schwestern in diesem Kloster der Mater Dolorosa der UnbeschuhtenSchwestern der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel.“

Beider Ablegung ihrer Profess spricht die Professbraut:

Ich,Schwester …, möchte ein Leben in treuer Nachfolge Jesus Christus führen, geleitet von der Jungfrau Maria.
Vor meinen anwesenden Mitschwestern gelobe ich dem allmächtigen Gott, der Allerseligsten Jungfrau Maria von Berge Karmel, dem P. General des Ordens derUnbeschuhten Karmelitinnen in deine Hände, Schwester Maria Johanna von der Menschwerdung, sowie deinen Nachfolgerinnen auf ein Jahr ehelose Keuschheit, Armut und Gehorsam, gemäß der Regel und denSatzungen der Unbeschuhten Schwestern des Ordens der Seligen JungfrauMaria vom Berge Karmel.
Dieser, von der heiligen Teresa gegründeten Ordensfamilie übergebe ich mich ganz. Mit der Gnade des heiligen Geistes und der Hilfe der Gottesmutter möchte ich im Dienstfür die heilige Mutter Kirche durch beständiges Gebet und evangelische Selbstverleugnung zur Vollendung der Liebe gelangen und den dreifaltigen Gott lobpreisen.“